Bunter Strauß böhmischer Melodien

Mainpost, 2.6.2005

SANDBERG (BAB) "Musik ist das Schönste auf der Welt, und Musikant zu sein ist ein Segen Gottes" - mit diesem Zitat von Ernst Mosch wurde der zweite böhmische Abend in Sandberg, der ganz im Zeichen der 30-Jahr-Feier des Musikvereins stand, eröffnet.

Zum Auftakt der beiden Jubiläumstage hieß die Kapelle die Besucher in der Turnhalle mit dem Konzertmarsch "Hyperion" von Franz Watz willkommen. Es folgte ein bunter Strauß böhmischer Melodien von Franz Bummerl, Wilfried Rösch, Rudi Fischer, Toni Baumann, Hugo Schmidt und Gerald Weinkopf.

Durch das Programm führten der Vorsitzender der Sandberger Musikanten, Joachim Bühner, und seine Ehefrau Regina. Sie sangen im Wechsel mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Gerhard Friedel auch einige Lieder.

Wochenlang hatte Norbert Glock, Musiklehrer der Kreismusikschule Bad Königshofen und Ausbilder der Sandberger Musikanten, die neuen Stücke mit der Kapelle einstudiert. So wurden die Zuhörer von einem eindrucksvollen Reigen aus insgesamt 20 schwungvollen und gefühlvollen Polkas und Walzern unterhalten.

Der zweite Teil des Abends war bunt gemischt mit Stücken wie "Der Straßenfeger" oder dem "Petra-Walzer". Ein musikalischer Leckerbissen war das von Markus Arnold brillant gespielte Trompeten-Solo "Teufelszunge".

Weitere Highlights ließ die Kapelle mit böhmischen Oldies wie dem Walzer "Mondschein an der Eger" oder der Polka "Gablonzer Perlen", die auch die Sandberger Jungmusikanten schon in ihrem Programm haben, erklingen. Als Jubiläumsgeschenk für die langjährigen Fans der böhmischen Blasmusik gab es noch zwei Oldies, die erstmals 1960 und 1964 erschienen sind: die Polka "Du nur Du" und "Blumengrüße".

Nach dem Finale mit der Polka "Böhmischer Traum" von Norbert Gälle, der am Wochenende mit seinen Scherzachtaler Musikanten auch in Frankenheim zu Gast sein wird, setzte die Kapelle mit der "Südböhmischen Polka" als Zugabe einen glanzvollen Schlusspunkt unter ein gelungenes Konzert.

Regina Bühner dankte den 25 Aktiven der Kapelle und besonderes Norbert Glock, der seit einigen Monaten als Dirigent die Nachfolge von Joachim Bühner übernommen hat. Den Sandberger Musikanten sei in den letzten Wochen klar geworden, dass Norbert Glock, die böhmische Musik fühle und mit unermüdlichem Einsatz versucht habe, dieses Gefühl an seine Schüler weiterzugeben, so Regina Bühner.

Trotz der großen Hitze zeigten sich die Akteure auf der Bühne in Bestform und bescherten ihren Zuhörern einen stimmungsvollen Jubiläumsabend, der nicht nur das kulturelle Leben der Gemeinde bereicherte, sondern auch an die reiche Musiktradition anknüpfte und den Ruf Sandbergs als "klingendes und musizierendes Rhöndorf" bestätigte.