Musik bleibt ein wichtiger Faktor

Mainpost, 5.6.2005

SANDBERG (BAB) Ein ganzer Abend wäre ausgefüllt, wollte man die lange Tradition von Musik und Gesang in Sandberg Revue passieren lassen. Denn schon in alten Gemeindeprotokollen von 1790 bis 1830 finden sich erste Eintragungen über Musikanten. Bei der 30-Jahrfeier der Sandberger wurde an diese Geschichte erinnert. Daneben wurden zahlreiche langjährige Mitglieder geehrt.

Den Unterlagen zufolge hat schon um die Jahre 1820/1830 eine Musikkapelle in dem Rhöndorf existiert. Konkretere Informationen gibt es über eine Kapelle, die in den Jahren 1850 bis 1910 kirchliche und sonstige Anlässe im Dorf begleitet hat.

Einer mündlichen Überlieferung zufolge soll Heinrich Zehe ("Welle Heinrich") um 1880 die erste Ventil-Trompete aus Amerika mitgebracht haben. Manche Musikanten gingen "auf die Walz" und hatten so einen Nebenverdienst, wenn sie zum Tanz oder sonstigen Anlässen aufspielten. Die Musikbegabung vererbte sich weiter, so dass häufig sogar mehrere Kapellen im Dorf existierten.

Anlässlich des Kreismusikfestes im Mai 1981 in Sandberg hatte Rudi Söder die Entwicklung der örtlichen Musikgeschichte in einer Chronik zusammengestellt. Bei der 30-Jahrfeier gab eine "Erinnerungswand" einen Einblick in wichtige Begebenheiten der Vereinsgeschichte, so dass der Rückblick beim Jubiläumsabend bewusst kurz gehalten wurde.

Parallel zur Trachtenkapelle, die schon seit 1960 aktiv war, formierte sich vor 30 Jahren der Musikantennachwuchs in einer eigenen Jugendkapelle, die, als sie den Kinderschuhen entwachsen war, in "Sandberger Musikanten" umbenannt wurde.

64 Jugendliche wurden ab März 1974 von Musikmeister Toni Kümmeth aus Fladungen ausgebildet. Die Grundausbildung war nach fünf Monaten beendet, so dass die erste Gesamtprobe im September 74 stattfand. Der Dirigent der Trachtenkapelle, Helmut Friedel, erklärte sich bereit, die Nachwuchsgruppe zu dirigieren.

Am 22. März 1975 hatte die Jugendkapelle bei einem Konzert im Kindergartensaal ihren ersten Auftritt. Am nächsten Tag wurde bei einem Standkonzert am Kreuzberg aufgespielt und - ebenfalls am 23. März 1975 - der Musikverein "Jugendkapelle Sandberg" gegründet. Gründungsvorsitzender war Robert Bühner, der nun mit seiner Ehefrau Hannelore beim böhmischen Abend herzlich begrüßt wurde, ebenso wie weitere Mitglieder der ersten Stunde.

1977 wurde Dirigent Helmut Friedel auch zum Vorsitzenden gewählt und blieb es bis 1999, als er die Führung an seinen Schwiegersohn Joachim Bühner übergab, der 1994 bereits das Dirigentenamt übernommen hatte.

Harmonie und Teamwork prägten all die Jahre die Vereinsgeschichte, verbunden mit viel Engagement für die Jugendausbildung, so dass es heute, wie bei der Gründung, wieder zwei Musikkapellen gibt: die "Sandberger Musikanten" und die "Jungen Sandberger Musikanten". "Ein Verein funktioniert nur, wenn es Menschen gibt, die Verantwortung übernehmen", betonte Regina Bühner. Man habe allen Grund, stolz zu sein, dass es in den 30 Jahren immer genügend Personen gab, die Interesse für den Musikverein zeigten und ihm Zeit und Mühe schenkten.

Ein besonderer Programmpunkt war die Ehrung der langjähriger Mitglieder. 20 Aktive wurden von Helmut May, dem Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbundes, und seinem Stellvertreter Friedhelm Landgraf ausgezeichnet.

Für 30 Jahre Musiktätigkeit erhielten die Ehrennadel in Gold: Gerald Bühner, Joachim Bühner, Regina Bühner, Gerhard Friedel, Karl Friedel, Bruno Kirchner, Klaus Kirchner, Christiane Klamann, Helmut Kneier, Kornelia Neumann, Andrea Schmidt, Theresia Schmidt, Stefan Söder, Elisabeth und Franz Zehe. Für 20 Jahre aktive Musiktätigkeit gab's die Ehrennadel in Silber für: Alexander Metz, Michaela Metz und Alexandra Ziegler. Die Ehrennadel in Bronze mit Urkunde für zehn Jahre aktive Musiktätigkeit erhielten Marc Bühner und Frank Söder.

Beim böhmischen Abend in Sandberg wurden langjährige Kapellenmitglieder mit der Ehrennadel des Nordbayerischen Musikbundes in Gold und Silber für 20 und 30-jährige aktive Musiktätigkeit ausgezeichnet. Die Ehrungen überreichten Kreisvorsitzender Helmut May und sein Stellvertreter Friedhelm Landgraf. Darüber freute sich besonders der Vorsitzende des Sandberger Vereins, Joachim Bühner, der wie viele seiner Kollegen mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet wurde.