Mainpost, 7.12.2004

Erfolgserlebnisse für junge Musiker

Mellrichstadt (hf) Nicht nur die Ausgezeichneten, auch die Prüfer des Kreisverbandes Rhön-Grabfeld im Nordbayerischen Musikbund (NBMB) strahlten: Fünf der 53 Teilnehmer hatten beim D1-Kurs im Martin-Pollich-Gymnasium mit der Note 1,0 abgeschlossen.

"Das ist ein Bombenergebnis, ein solches hatten wir bislang noch nie", freute sich der Prüfungsleiter, der stellvertretende Kreisvorsitzende Friedhelm Landgraf. Zufrieden zeigte sich Landgraf insgesamt mit den Prüfungsergebnissen, denn lediglich ein junger Musikus wurde den Anforderungen nicht gerecht. Das gute Abschneiden sei wohl auf die hervorragende Vorbereitung in den Vereinen, aber auch den Fleiß der einzelnen Musikerinnen und Musiker zurück zu führen, sagte Landgraf bei der Übergabe der Urkunden und Anstecknadeln am Ende der Prüfung.

Zur Auszeichnung hatten sich auch NBMB-Kreisvorsitzender Helmut May (Oberelsbach), Bezirksdirigent Jürgen Weyer (Brendlorenzen), sowie die Dozenten Tanja Berthold (Aura), Tanja Domes (Bad Neustadt), Thorsten Griebel, Vorsitzender der Bläserjugend Rhön-Grabfeld und Kreiskulturreferent Hanns Friedrich eingefunden. Auch die Dozenten Heinz Pallor (Mellrichstadt), Norbert Glock (Unterwaldbehrungen), Frank Stäblein (Nordheim/Rhön) und Pius Ziegler aus Merkershausen gratulierten.

Die Teilnehmer der D1-Prüfung kamen aus 26 Vereinen im Landkreis - insgesamt sind in Rhön-Grabfeld 70 Musikvereine beim Nordbayerischen Musikbund gemeldet. Der jüngste Teilnehmer war mit zehn Jahren Hannes Wüst aus Heustreu, die älteste Teilnehmerin war die 17-jährige Eva-Maria Stock aus Hausen. 26 Mädchen und 27 Jungen traten zur Prüfung an. Vier Musiker spielten Querflöte, einer Flügelhorn, einer Tenorhorn, zehn Klarinette, drei Waldhorn, sieben Schlagzeug, einer Posaune, 15 Trompete, zwei Bariton und neun Saxophon.

Viel Beifall gab es, als die Besten der Besten, wie der Prüfungsleiter sagte, am Ende der Prüfung genannt wurden. Fünf Teilnehmer hatten die Traumnote 1,0 erreicht. Glückwünsche gab es deshalb für Clarissa Weiß (Querflöte) vom Musikverein Fladungen, Johannes Urban (Waldhorn) vom Musikverein Oberelsbach, Dominik Gebauer (Trompete) vom Musikverein Sandberg, Felix Neumann (Trompete) vom Musikverein Sandberg und der Privatschüler Manuel Seufert, der auf der Trompete die Prüfer begeisterte.

Das Martin-Pollich-Gymnasium sei für den Kurs gut geeignet, lobte Landgraf. Durch die Anordnung der Räumlichkeiten störe kein Musikinstrument das andere. So finde man die Pauken und Trommeln im Keller, die Posaunen und Trompetern im Erdgeschoss und ganz oben die leisen Instrumente wie zum Beispiel Querflöte oder die Holzinstrumente.

Landgraf erinnerte daran, dass seit 1998 einheitlich in Bayern nach der neuen Prüfungsverordnung gelehrt werde. Dies geschehe in drei Stufen, D1, D2 und D3. In diesem Zeitraum legten in Bayern rund 10 000 junge Musiker die Prüfung ab. Im Nordbayerischen Musikbund, Kreisverband Rhön-Grabfeld, waren es 2416. Damit verzeichnet der Landkreis ein Spitzenergebnis. Aufgegliedert bedeutet dies, dass 1749 die D1-Prüfung, 543 die D2-Prüfung und 124 die D3-Prüfung im Zeitraum von 1982 bis 2004 absolvierten.

An den vergangenen Wochenenden ging es in der Theorie um die Noten im Schlüssel des eigenen Instruments, um die Feinbestimmung der Intervalle und auch um die Musikgeschichte. Hinzu kam die Gehörbildung und die Praxis. Auswendig vorzutragen waren zum Beispiel die 7-Dur-Tonleitern und die dazugehörigen Tonikadreiklänge sowie die chromatische Tonleiter. In der Praxis trugen die Prüflinge ein Pflichtstück der Stufe 1 vor sowie ein selbstgewähltes Stück aus der Literatur des jeweiligen Instruments oder aus einer Instrumentalschule im Schwierigkeitsgrad des Pflichtstückes.